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12.07.2019



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09.10.2018

Instant Acts 2018

Walldürn. (Sti.) Einen besonderen gemeinsamen Projekttag erlebten am Donnerstag insgesamt ca. 150 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn und der 10. Klasse der Auerberg-Werkrealschule Walldürn: Schule mal ganz anders - nicht frontal und verbal, sondern aktiv im Miteinander!
Der Förderverein der Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn führte an diesem Tag in Kooperation mit dem Förderverein des „Rippberger Kindergartens“ und den beiden Schulen am Auerberg sowie mit Un-terstützung der Jugendhilfe des Neckar-Odenwald-Kreises und dem Verein Sicherer Neckar-Odenwald-Kreis als Sponsoren an diesem Donnerstag das Jugendprojekt „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus“ durch, wobei es sich hierbei um ein internationales Theaterprojekt handelte, das derzeit im 25. Jahr seines Bestehens auf Tournee in Theatern, Schulen, Jugendzentren, Kirchen und Jugendgefängnissen unterwegs ist, und das die Teilnehmer für das Thema „Rassismus und Gewalt“ - ein Problem der heutigen Zeit, das uns eigentlich alle angeht und dem man leider viel zu häufig begegnet und gegenübersteht - sensibilisieren soll, und zwar durch diesen Aktionstag mit der Gruppe „Instant Acts“ und deren multikulturellem und künstlerischem Spektakel „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus“. Ziel des Projekts war es wiederum wie bei den drei schon in den Jahren 2012, 2014 und 2016 vorausgegangenen Projekttagen mit der Gruppe „Instant Acts“, die jeweils sehr großen Anklang gefunden hatten, keine Ängste zu schüren, sondern Neugierde zu wecken.
Dieses internationale Theaterprojekt, das vom 10. September bis zum 26. Oktober 2018 in Theatern, Schulen, Jugendzentren, Kirchen und Jugendgefängnissen in mehreren Bundesländern des Bundesrepublik Deutschland (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg sowie in Italien (Südtirol) unterwegs ist und in diesem Zeitraum insgesamt 37 Auftritte zu bewältigen hat, besteht aus 13 jungen Schauspielern, Tänzern, Musikern, Sängern und Akrobaten, die jedes Jahr weltweit ausgesucht werden. Mit einem Workshopangebot dieser internationalen Künstler aus Algerien, Armenien, Brasilien, Burkina Faso, China, Frankreich, Indien, Italien, Polen und Tschechien sollten die am Donnerstag an diesem Projekttag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn und der Auerberg-Werkrealschule Walldürn die unmittelbare Begegnung mit dem Fremden über eine künstlerische Auseinandersetzung als Kommunikationsmittel erfahren sowie fremde Kulturen kennenlernen - und hierbei lernen, auf diese Weise Vorurteile abzubauen sowie Achtung und Akzeptanz gegenüber Menschen ausländischer Herkunft und ethnischer Minderheiten zu erfahren. Darüber hinaus sollten die teilnehmenden Jugendlichen lernen, dass man sich gegen Gewalt und Unterdrückung wehren und schützen kann. Schließlich sollten und wollten mit diesem Projekt Entscheidungsfreude, Disziplin, Motivation und Überwindung von Ängsten gefördert werden. Schlüssel hierzu war die Methode des ganzheitlichen Erfahrens und Lernens, und zwar nicht über die theoretische Auseinandersetzung, sondern über das aktive Mitmachen. Durch das bunte Programm dieses für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren konzipierten Projekttages wurde immer wieder die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und ein tolerantes, respektvolles Miteinander erlebbar gemacht, und alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler lernten mit konkreten künstlerischen Angeboten eine fremde Kultur kennen und konnten dabei gleichzeitig ihre bisher in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse anwenden. Das Projekt war sehr ansprechend aufgebaut, weckte von Anbeginn an das lebhafte Interesse bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und überzeugte durch die Vielfalt der Angebote, das Temperament und die Professionalität sowie Unkompliziertheit der jungen Künstler im Umgang mit den Jugendlichen.
Nach Vorstellung der 13 anwesenden Künstler bzw. Workshopleiter durch Projektleiter Arkadidiusz Zietek in der Nibelungenhalle, der hierbei insbesondere auch die beiden Schulleiter der Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn, Rektor Patrick Schmid, sowie der Auerberg-Werkrealschule Walldürn, Rektor Wolfgang Kögel, sehr herzlich begrüßen konnte, begann der Projekttag zunächst mit einer „Fünf-Minuten-Performance“ der am Dienstagvormittag angebotenen Workshops „Breakdance“, „DJ-Beatbox“, „Jonglieren“, „Hula Hoop“, „Capoeira“, „Bollywood Tanz“, „Theater“ „Zaubern“ und „Bo-dy-Percussion“.
Danach konnte sich die teilnehmenden 150 Jugendlichen dann für einen der angebotenen Workshops/Begegnungsgruppen entscheiden, der ihrem eigenen Interessenschwerpunkt entsprach. Jede der 9 Arbeitsgruppen verband anschließend im Verlauf der danach dann folgenden und entweder im Nibelungenhallen- oder Schulhausbereich stattfindenden 90-minütigen Workshops zusammen mit dem jeweils betreuenden Künstler einen eigenen thematischen Schwerpunkt mit ihrer eigenen Ausdrucksform. Ganz egal, für was auch immer die Jugendlichen sich entschieden, das Workshopangebot war vielfältig und wurde von den 150 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern auch breit gestreut genutzt und mit viel Begeisterung umgesetzt.
Nach den Workshops trafen sich alle Teilnehmer/Innen zur Präsentation der Workshopergebnisse dann wiederum gemeinsam in der Ni-belungenhalle, die sie füreinander in einer improvisierten Aufführung zeigten. Alle Darbietungen, die jeweils in einer improvisierten kurzen Aufführung gezeigt wurden, fanden jeweils den begeisterten Beifall aller in der Halle anwesenden Zuschauer. Sie alle ließen Energie, Spielfreude, ein kommunikatives Miteinander und ein gegenseitiges Verstehen ohne Worte erkennen und machten so jede dargebotene Präsentation zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art.
Vor allem der jeweils spontane Szenen- und abschließende stets begeisterte Schlussapplaus belohnte die jeweiligen Akteure für die sicherlich zuvor nicht immer ganz so einfache Überwindung, vor vielen Mitschülern etwas vorzuführen, und trug so ganz sicherlich zu einem besseren Selbstbewusstsein und zum sich selber neu kennen zu lernen bei.
Durch die Workshops und anschließende Präsentation erfolgte ein stets aktives Erleben und die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen sowie ein Kennenlernen deren Vertreter an diesem Tag als Menschen wie „du und ich“, und somit als Menschen, die achtenswert und liebenswert sind.
Im letzten Projektteil am frühen Dienstagnachmittag boten die 13 mitwirkenden internationalen Künstler den Schülerinnen und Schülern aller Schulklassen beider Schulen dann schließlich noch auf der im ersten Drittel der Nibelungenhalle aufgebauten und mit Special-Bühnenelementen und Lichteffekten ausgestatteten bzw. versehenen großen Showbühne eine rund 80-minütige Show der Extra-Klasse, in deren Verlauf sie eine temporeiche Szenencollage zum Thema „Gewalt und Rassismus“ darstellten, die auf eigenen Erfahrungen der auftretenden Künstler/Innen in deren Heimat basieren. Die dabei gezeigten künstlerischen Ausdrucksformen der angebotenen Workshops verschmolzen hier noch einmal zu einem Gesamtwerk, bei dem es keiner großen Worte bedurfte, um das brisante Thema „Gewalt und Rassismus“ anschaulich und tiefgehend zu interpretieren. Viele Szenen, Lieder, Rapsongs, Beatbox und andere Formen der Bewegung und Musik waren immer wieder direkte Statements der Jugendlichen zu bzw. gegen „Gewalt und Rassismus“.
Diese temporeiche Bühnenshow mit Acts der 13 mitwirkenden Akteure vereinte noch einmal alle Anwesenden zu einer Performance unter dem Motto „Gegen Gewalt und Rassismus“. Kunst wurde hier noch einmal zu einem echten Kommunikationsmittel, bei dem alle Teilnehmer fremde Kulturen kennenlernen und so Vorurteile abbauen sowie Achtung und Akzeptanz gegenüber Menschen ausländischer Herkunft erfahren konnten. Zu den Elementen des Programms gehörten z. B. zirzensische Darbietungen, Clownerie, Akrobatik, Jonglage, Rap, Beatbox, Breakdance, Singen, Livemusik u. v. a. mehr. Neben dem großen Unterhaltungsfaktor war bei dieser Abschlussshow inhaltlich aber auch noch einmal für vielerlei Denkanstöße zu den Themen „Gewalt und Rassismus“ gesorgt.
Viele Szenen in diesem Aufführungsspektakel führten zur aktiven Zuschauerbeteiligung und man konnte sich dabei positionieren, ohne Angst zu haben. Viele Szenen, Lieder, Rapsongs etc. beinhalten immer wieder direkte Statements der jungen Künstler gegen Gewalt und Rassismus, und die lebendigen und nuancenreichen Darstellungsmittel der Vorstellung orientierten sich an der Sprache der Jugendkultur. Das Alter der 13 noch sehr jungen Künstler ließ eine natürliche Verbindung zu den Teilnehmern dieses Projekts entstehen, und ihr teilweise atemberaubendes Können machte sie zu Vorbildern der teilnehmenden Jugendlichen.
Sicherlich wird das Erlebnis dieses Projekttages, der durch die Vielfalt der Angebote, das Temperament und Professionalität, sowie durch die Unkompliziertheit der jungen Künstler im Umgang mit den Jugendlichen überzeugte bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch lange Zeit emotional weiterwirken, unvergesslich im Gedächtnis und im Körper bleiben, zu weiteren Aktivitäten animieren und eine nachhaltige Nahrung für die Persönlichkeitsbildung sein.
Durch die Teilnahme an diesem Projekt lernten sich viele teilnehmende Jugendliche ganz sicherlich oftmals teilweise auch ganz neu kennen. Anfangs vielleicht noch skeptisch und abweisenden, erfuhren sie im Verlauf Projekts „Instant Acts“ oftmals Entscheidungsfreude, Disziplin, Motivation und die Überwindung von Angst und Scham. Dieses Projekt traf ganz sicherlich die Sprache der Jugend und ließ erkennen und machte deutlich, dass gegenseitige Achtung und Respekt vor „Fremden“ und „Andersartigem“ durchaus als positive Alternative zu Aggression und Abwertung erfahrbar sein können.



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